Fake News – Ist unsere Gesellschaft an Wahrheit interessiert?

«Noch nie wurde so oft gelogen wie in unserer Zeit.» In vielen Demokratien schwingen sich Politikerinnen und Politiker an die Macht, die einfache Lösungen anbieten, und welche die Machbarkeit von Hauruckübungen vorgaukeln. Prominente Blondschöpfe proklamieren lautstark Parolen, die gar nicht darauf angelegt sind, diskutiert zu werden. «Dann sind wir eben verschiedener Meinung» antworten sie den Menschen, die ihre Position hinterfragen, und so höflich sind sie nur, wenn sie guter Laune sind. Hypnotisiert verfolgt die Welt ihre Kurzmonolge in Twitterform.

Es sieht düster aus. Während die Printmedien immer dünner werden und ihr Überleben durch Entlassungen von Journalisten sichern müssen, haben Internetportale Hochkonjunktur, die die Menschen bei ihren leicht abrufbaren Reflexen abholen: Trolle schüren unseren Neid, füttern unsere Hassgefühle und benützen unser Ressentiment als Rohstoff für irgendwelche Verschwörungstheorien. Wir sind für solche Verführungen so leicht zu haben, dass es genügt, Algorithmen auf uns anzusetzen.

Wo bleibt da Platz für Diskussionen und Argumente? Gibt es noch Menschen, die an Wahrheit und Beweisen, an Gerechtigkeit und Werten interessiert sind? Stehen wir an einem besonderen Moment der Geschichte?

Interessant ist, dass die Klage «noch nie sei so viel gelogen worden» überhaupt nicht neu ist. Man findet sie zum Beispiel in der Antike als Kritik an der Herrschaft schlechter Tyrannen oder an der Korruption durch übermässigen Reichtum. Und es gilt damals sogar eher als seltenes Lob für hervorragende Kaiser, wie zum Beispiel Trajan, dass man unter ihnen sagen durfte, was man dachte, und nicht wie sonst gezwungen war, zu lügen. Leben wir also gar nicht in einer besonderen Zeit? Ist das Gerede von unserem postfaktischen Zeitalter reine Schaumschlägerei? War’s mit der Lüge nicht immer schon so?

Gerade diese Ratlosigkeit macht deutlich, was Lügensysteme mit uns anstellen. Sie verstellen den Blick auf das, worum es eigentlich geht. Nicht die Wahrheit ist in Gefahr, wenn überall gelogen wird. Es verhält sich mit ihr wie mit dem blauen Planeten angesichts der drohenden ökologischen Katastrophen. Der Planet wird die Sonne weiter umkreisen, wenn die Menschheit an ihrer eigenen Torheit untergeht. Genauso bleibt die Wahrheit bestehen, auch wenn die Menschen tausendjährigen Lügen – und es gibt solche – anhängen. Es geht beim Lügen nicht um die Wahrheit, es geht um uns, und zwar in einer Weise, die uns Freimaurer und Freimaurerinnen besonders angeht.

Das Lügen ist also nicht gegen die Wahrheit als solche gerichtet. Denn gerade Lügner und Lügnerinnen wissen sehr genau, was sie für wahr halten. Und sie lügen, um es den anderen zu verbergen. Ebenso sind Lügnerinnen und Lügner darauf angewiesen, dass sie für wahrhaftig gehalten werden, und dass alle davon ausgehen, dass wir einander sagen, was wir denken. Die Lüge funktioniert nur als Ausnahme inmitten von wahrhaftigen Aussagen.

Liebe Brr, wahrscheinlich habt Ihr von der Bocca della Verità gehört, die in der Säulenvorhalle der römischen Kirche Santa Maria in Cosmedin angebracht ist. Dieses scheibenförmige Relief ist wohl etwa 2000 Jahre alt und seit dem 15. Jahrhundert urkundlich belegt.

Es stellt ein bärtiges Gesicht dar, wobei die Augen, die Nasenlöcher und der Mund Öffnungen bilden. Es ist gut möglich, dass diese runde Scheibe ein Kloakendeckel war, durch dessen Öffnungen das Wasser abfliessen konnte. Erosionsspuren auf der Oberfläche sprechen für diese Hypothese. Es könnte sich aber auch um den Kopf des Herkules handeln, vor dem römische Händler einen Zehntel ihres Gewinns opferten. Als ich als vierjähriges Kind mit meiner Familie Rom besuchte und wir vor diesem Mund der Wahrheit standen, erzählten mir meine Eltern die mittelalterliche Legende, nach der jeder seine Hand verliert, der sie ihr in den Mund legt und dabei nicht die Wahrheit sagt. Für mich als Kind war diese Vorstellung blosser Terror, denn dass ich in Gedanken und Taten oft Lüge, war mir schon damals klar. Also konnte man von dieser Maschine nur eine garantierte Strafe und eine Blamage erwarten. Und was, wenn die Maschine sich täuschen würde? Nur ich weiss doch, ob ich Lüge. Nur ich weiss die Wahrheit.

Wir würden so gerne eindeutige Indikatoren dafür haben, ob jemand die Wahrheit sagt oder nicht. Von diesem vergeblichen Wunsch geht wohl die Faszination aus, welche die Bocca della Verità Jahrhunderte lang ausgeübt hat. In einer Operette, einer Kurzgeschichte von Friederike Mayröcker, einem Hörspiel, drei Filmen (der berühmteste, «Ein Herz und eine Krone», mit Audrey Hepburn und Gregory Peck) und zwei Nintendo-Spielen taucht sie auf. Während der napoleonischen Besetzung wurden dort 1812 Räuber hingerichtet, und bekanntlich gehört der Besuch dieses antiken Relikts zum Einweihungsritual neu in Rom angekommener Schweizergardisten, die dort mit ausgestreckter Hand beschwören, dass kein geheimes Band die Reinheit der dem Papst geschworenen Treue trübt. Der Brauch wird auf die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurückgeführt, als der Freimaurer Garibaldi Rom einzunehmen versuchte. Wer weiss, wieviel von diesem Geist von heimkehrenden Gardisten in ihre Kantone zurückgebracht wird. Doch zurück zur Bocca della Verità. Wir wissen letztlich alle: Lügendetektoren funktionieren nicht. Kein Kontrollapparat kann uns davon abhalten, zu lügen. Wir besitzen die Fähigkeit, bewusst das Gegenteil dessen zu sagen, was wir wissen, weil wir frei sind.

Wir sind frei, aber wir sind nicht alleine. Wir kommen dem Phänomen der Fake News nur näher, wenn wir uns einen weiteren Aspekt der Lüge vor Augen halten: Damit eine Lüge funktioniert, braucht es Empfänger. Das wissen Produzenten von Fake News sehr wohl.

Nur, wer sich in andere einfühlen kann, kann erfolgreich lügen. Weiss man zum Beispiel um Ressentiments, die in der Bevölkerung wegen schlechter Verhältnisse im Arbeitsmarkt bestehen, lassen sich leicht Sündenböcke finden, die man bestrafen und ausschliessen muss. Erfolgreiche Lügnerinnen und Lügner kennen die Erwartung, die sie bei ihrer Zuhörerschaft wecken, und nutzen gerade diese aus. Hält man mich für eine ehrliche Person, werde ich versuchen, meine Lüge in möglichst viel «thruthfulness» einzubetten, also möglichst wahrhaftig zu erscheinen. Bin ich hingegen als notorischer Lügner bekannt, werde ich bewusst ungeheuerliche Wahrheiten verkünden, im Wissen, dass man sie mir nicht glaubt, zum Beispiel, dass ich ganz Osteuropa zum Lebensraum meines Volkes machen will oder dass ich den Amazonas abholzen lassen werde.

Nicht alle Fake News entstammen einer programmatischen Absicht: Ein Unternehmen in Mazedonien, das auf dem Internet Geld verdienen wollte, hat auf der Suche nach dem am meisten angeklickten Stichwörtern festgestellt, dass rechtsextreme Botschaften gegenwärtig am meisten einbringen und sich darum auf diese spezialisiert. Denken wir auch auf die sogenannten Bullshit-Erklärungen, die in keiner Weise überprüfbar sein wollen, wohl aber die Aufmerksamkeit monopolisieren sollen, damit anderes nicht bemerkt wird.

Was ist angesichts dieser verwirrenden Vielfalt das gemeinsame Gesicht der Fake News? Vielleicht, dass sie eine bestimmte Form von Verführung verkörpern. Sie bieten uns an, nur für uns eine Welt zu schaffen, die uns besser gefällt… Sogenannte «alternative Fakten». Dieser Begriff «entstammt der amerikanischen Rechtspraxis und steht ursprünglich nicht nur für eine klassische Verteidigungstechnik, sondern auch für einen hohen Anspruch auf Fairness im Verfahren. Diese besteht in der juristischen Garantie, dass alle denkbaren Möglichkeiten berücksichtigt werden, mit der sich vor Gericht Sachverhalt erklären lassen könnte. Menschen können sich bekanntlich irren, wenn es um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge geht. Wir neigen dazu, vom Endergebnis her zu denken und alles, woran wir uns erinnern, sinnvoll daraufhin zu ordnen. Dieses Denken, das auf ein schon bekanntes Ziel ausgerichtet ist, ist in hohem Mass fehleranfällig.»1 Wir kennen das aus Krimis: Alle Indizien scheinen auf die Person X zu deuten, und im letzten Moment entdeckt Kommissar oder Kommissarin Y, dass die Kausalkette anders verlief. Solche alternative Handlungsketten als Möglichkeit zu präsentieren, ist häufig die Aufgabe und sicher das Recht jeder Verteidigung. Die Forderung, alternative Fakten zu berücksichtigen, erweitert die Rechtsregel «Im Zweifel für den Angeklagten». Es geht dabei um die grösstmögliche Annäherung an die Wirklichkeit, auch wenn anderes einfacher wäre und besser zu unseren Vorurteilen passte.

Wer also seine Lügen öffentlich als «alternative Fakten» rechtfertigt, der «verhöhnt ein humanistisches Rechtsprinzip» und will die demokratische Diskussion lächerlich machen.

Er will als eine Art selbsternannter Übermensch und Lügenkünstler durchschaut und bewundert werden. Wer so lügt, um dabei erwischt zu werden, prangert die Naivität seiner Gemeinschaft an. Das geschieht zum Beispiel auch, indem man bedauert, «kein Gutmensch sein zu können, weil die Welt ja so schlecht sei». Die eigentliche Botschaft dabei ist aber: «Seht, Ihr seid so schwach gegen den, der weiss, wie man es machen muss.» Offenkundiges Lügen in dieser Absicht zerstört das Vertrauen in den Sinn der Aufrichtigkeit selbst. Man darf Menschen, die auf diese Weise lügen, in keiner Weise unterschätzen. Die Untergrabung des Vertrauens in Institutionen, die für eine gesicherte Meinungsbildung zuständig sind, gehört zu ihren Hauptzielen: «Lügen nicht alle gleich? Wer sagt mir, dass die NZZ mehr die Wahrheit sagt der Fernsehsender Russia Today? Und sind nicht alle Universitäten korrupt, wie der Plagiatsfall Guttenberg gezeigt hat?» Diese scheinbar aufklärerische Pose, die alle Aussagen als gleich kritisierbar hinstellt, nannte Immanuel Kant das «Rasen der Vernunft». Es geht jener Pose darum, das Vertrauen in die Orientierungsfähigkeit der Vernunft zu untergraben. Es ist bezeichnend, dass schon Galileo Galilei seitens der katholischen Kirche das Angebot gemacht worden war, seine Theorie einfach als eine Idee unter vielen darzustellen, als eine mathematische Spielerei. Unter diesen Bedingungen hätte man ihn in Ruhe gelassen. Zu Recht hat er nicht nachgegeben.

Was er erkannt hatte, war das Beste, was wissenschaftlichen Denken damals zu bieten hatte. Keine andere Theorie erklärte die Bewegung der Himmelskörper so gut wie die seine.

Im Vertrauen auf die Wahrheit seiner Theorie konnte er ruhig abschwören. Er wusste, dass sich seine Erkenntnisse durchsetzen würden.

Die Lüge ist vielgestaltig und kaum fassbar. Das liegt in ihrer Eigenart. Sie entwischt jedem Versuch, sie festzumachen. Die schönste List des Teufels ist es, uns zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt, sagt ein alter Spruch. Es gibt Menschen, die davon träumen, Algorithmen zu errechnen, die Lügen identifizieren könnten. Ich fürchte eher, dass ein solcher Algorithmus nur eine Anleitung darstellen würde, das nächste Mal noch besser zu lügen.

Umso mehr stellt sich uns die Frage: Wir können wir Freimaurer als Kinder der Aufklärung auf das unverschämte Verbreiten von Lügen reagieren? Dazu möchte ich einige Pfade aufzeichnen. Dabei beschränke ich mich bewusst auf die individuelle Ebene. In vielen Demokratien werden Gesetze zur Verhinderung gezielter Desinformation und zur Bekämpfung von Hetzbotschaften vorbereitet. Eine Diskussion um diese Massnahmen, die ich grossenteils für mittelfristig nützlich halte, würde einen eigenen Bauriss verlangen. Mir geht es hier Ebene, auf der jede, jeder von uns direkt gefordert ist.

1) Widmen wir uns mindestens einer Institution, von der wie annehmen, dass sie der seriösen, argumentierenden Meinungsbildung dient. Die einen unter uns werden vielleicht die Tätigkeit von Gerichten verfolgen, die anderen diejenige unseres Parlaments. Es ist auch möglich, eine gedruckte Zeitung zu abonnieren und diese zu lesen, ja auch Leserbriefe zu schreiben. Institutionen können sich nicht selbst schützen. Sie fallen wie Dominos, wenn man nicht jede einzelnen von ihnen verteidigt2.

2) Geben wir auf unseren Sprachgebrauch Acht. Denn auch einzelne Wörter können Fake News enthalten. Niemand wird heute die historisch belasteten Ausdrücke «Endlösung» oder «Klassenfeind» benutzen, doch wie steht es mit dem undifferenzierten Ausdruck «Migrant»? Viele unserer Schlagwörter, die im Umgang sind, verstellen den Blick zu den Tatsachen, die sie bezeichnen. Wenn man ein Unternehmen «saniert», sind es in der Regel nicht die darin arbeitenden, die gesünder werden, und ein «Soziaplan» enthält meistens nichts wirklich Mitmenschliches. Gewisse Ausdrücke erweitern ihr Bedeutungsfeld auf eine Weise, die nicht harmlos ist, wie zum Beispiel der Ausdruck «Gender» oder, in einer ganz anderen Dimension, «Terrorismus». Ihr Bedeutungsfeld wird immer unschärfer und manipulierbarer, dafür steigt der Wiedererkennungseffekt, der sie begleitet. Wir lassen uns, wenn wir sie unbedacht übernehmen, unsere geistige Agenda durch andere diktieren.

3) Tolerieren wir nicht alles. Das gilt zuerst für unsere eigene Gedankenwelt. Pflegen wir an uns selbst den Sinn für Wahrheit. Glauben wir an sie. Üben wir uns in selbstkritische Prüfung und sichern wir uns reale Gesprächspartner, die es uns nicht zu leicht machen.

Pflegen wir gegenüber Fake News-Produzenten und Wissenschaftsleugner, die Haltung, die der Psychoanalytiker und Philosoph Carlo Strenger provokativ «zivilisierte Verachtung» genannt hat3. Diese Haltung besteht ausdrücklich nicht in einer Abwertung nationaler, religiöser oder kultureller Gruppen. Sie ist ausschliesslich sach- und themenbezogen und nicht gegen Menschen gerichtet, auch wenn diese Fake News verbreiten.

Grundvoraussetzung dafür ist eine verantwortliche Meinungsbildung, eine Selbstdisziplin, die dazu verpflichtet, Informationen zu sammeln und diese sorgfältig abzuwägen. Es gilt dabei, wissenschaftlich erhärtete Tatsachenbehauptungen, zum Beispiel über die Erderwärmung, bis zum Beweis des Gegenteils zu akzeptieren, auch wenn sie nicht zu den eigenen emotionalen und weltanschaulichen Präferenzen passen. Hierfür entwickelt Carlo Strenger den sogenannten «Ärztetest», der Dogmatiker und Wissenschaftsleugner als solche entlarven soll: «In dem Moment, in dem diese Tatsachenbehauptungen aufstellen, die Menschenleben oder die Menschenwürde betreffen, müssen sie den Anforderungen entsprechen, welche auch die meisten Menschen an die Vertreter jenes Berufsstands richten, dem sie ihre Gesundheit anvertrauen. «Wer also einen Arzt konsultiert, kann sich einer Impfung oder der kontrollierten Abgabe von Kondomen zur AIDS-Verhütung nicht mit Fake News oder scheinmoralischen Argumenten verschliessen.» Vergesst also rasch, geliebte Brüder, meine Ausführungen zu den Schweizergardisten. Wie leicht könnte sich daraus eine Verschwörungstheorie bilden, die zum Beispiel die vor nicht langer Zeit erfolgte Walliser Debatte um die Deklarationspflicht geheimer Bünde erklären könnte; nur: die Geschichte von den angeblichen Zeremonien bei der Bocca della Verità stimmt nicht, wurde von mir für diesen Bauriss frei erfunden, es liegt dafür kein Beweis, nicht einmal ein Indiz vor. Diesen Unsinn habe in eine etwas pedantisch wirkende Anhäufung von Wikipediawissen eingebettet. Ob man’s geglaubt hat oder nicht: es zeigt sich daran gut, wie Fake News stets ein dialogisches Geschehen darstellen.

Abschliessend möchte ich bemerken: der grösste Feind der Fake News ist nicht die Wahrheit, sondern der Mut. Wir können den Mut zur Wahrheit zeigen. Dieser Moment, in dem wir Mut fassen, ist der Augenblick, in dem das Beste in uns aufblitzt. Wir setzen genau dann ein Zeichen gegen die, welche alle Zeichen durcheinanderbringen wollen. Wer den Mut zeigt, Falschmeldungen zu widersprechen, riskiert vorübergehend vielleicht die Isolation. Doch nur, um die Möglichkeit einer ehrlicheren Verbindung zu den anderen vorzubereiten, nur, um echte Gemeinschaft aufzubauen. Nur, wenn ich den Bezug zum Sinn aufrechterhalte, kann ich reifen. So habe ich die freimaurerische Initiation verstanden: Das Licht, das mir gegeben wurde, stammt nicht aus einem Zauberkasten. Es ist das Feuer, das sich aus meiner ehrlichen Suche nach einem kohärenten Leben nährt.

Damit ich nicht ein zufällig hin- und hergetriebenes Lebewesen bleibe, sondern, so gut wie möglich und trotz aller Rückschläge, vermehrt ein Individuum werden kann, ein Bruder unter Brüdern und Schwestern. Nur, wenn ich den Bezug zum Sinn aufrechterhalte, kann ich neue Wirklichkeit schaffen und damit Hoffnung. Hoffnung auf den Fortschritt, auf den wir Freimaurerinnen und Freimaurer uns verpflichtet haben.

N.


  1. Dieser und der nächste Abschnitt ist z.T. zitiert aus: Bettina Stangneth: Lügen lesen, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, S. 62. Dieser Bauriss verdankt sich in vielem der Lektüre dieses Buchs. ↩︎
  2. Vgl. Dazu Timothy Snyder, «Setzen Sie ein Zeichen», in Lettre International, Nr. 115, Winter 2016, S. 11. ↩︎
  3. Vgl. Carlo Strenger : Zivilisierte Verachtung, Eine Anleitung zur Verteidigung unserer Freiheit, Suhrkamp, 2015. ↩︎