Die Geschichte der Loge Heinrich Pestalozzi

Die Loge «Heinrich Pestalozzi» wurde am 11. Oktober 1974 im Orient von Zürich ins Licht erhoben. Ihre Wurzeln reichen zur Loge «Astra ad Astra» zurück, die anschliessend als Forschungsloge weitergeführt wurde. Bereits ihre Entstehung zeugt vom Bestreben, freimaurerisches Gedankengut lebendig zu halten, weiterzuentwickeln und den Brüdern Raum für geistige Vertiefung und persönliche Entfaltung zu bieten.

Zur Zeit ihrer Gründung war die Loge Mitglied der Unabhängigen Grossloge der Schweiz (UGS), welche am 7. Oktober 1971 in Zürich gegründet worden war. Gemeinsam mit den Logen «Zum flammenden Stern» in Bern und «Alfred von Haller» in Basel bildete sie einen Kreis von Brüdern, die sich einer offenen und zeitgemässen Freimaurerei verpflichtet fühlten.

Die ersten zwei Jahre, von 1971 bis 1973, hatte die Loge ihr Domizil im «Haus zum Roten Gatter» an der Münstergasse 23, in dem Pestalozzi von 1762 bis 1769 gewohnt hatte. Dieser Unternehmer, Schriftsteller und Schulleiter hatte sich sein ganzes Leben lang als «Vater der Armen» für die Mitmenschen engagiert, seine Bedeutung für das ganze Land ist immens.

Die ersten Jahre der Loge waren von Aufbauarbeit, Engagement und der Suche nach dem für die Loge passenden freimaurerischen Weg geprägt. Wie jede lebendige Gemeinschaft entwickelte sich auch die Loge «Heinrich Pestalozzi» im Spannungsfeld unterschiedlicher Sichtweisen und Erfahrungen weiter. Diese Vielfalt der Meinungen trug letztlich dazu bei, das eigene Profil zu schärfen und die zukünftige Ausrichtung bewusst zu gestalten.

Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Möglichkeiten entschied sich die Loge für den Anschluss an die Grand Loge Suisse, deren liberales Selbstverständnis und humanistische Grundhaltung den Vorstellungen der Brüder besonders entsprachen. Im Zuge der Auflösung der Unabhängigen Grossloge der Schweiz wurde die Loge «Heinrich Pestalozzi» gemeinsam mit den übrigen Mitgliedslogen in einem feierlichen Konvent in Bern in die Grand Loge Suisse aufgenommen.

Zu jener Zeit befand sich das Domizil der Loge an der Burstwiesenstrasse in Zürich. Einen wichtigen Impuls für die weitere Entwicklung gab Bruder E. Howard, ehemaliger Grossmeister der Grand Loge Suisse und damaliger Meister vom Stuhl der Loge «Justice et Vérité». Er regte eine engere Zusammenarbeit der beiden Zürcher Logen an und lud die Brüder der Loge «Heinrich Pestalozzi» ein, ihre Arbeiten künftig an der Falkenstrasse durchzuführen. Daraus entstand eine bereichernde Zeit des Austauschs, der gemeinsamen Arbeit und der brüderlichen Verbundenheit.

Auch nachdem die Loge «Justice et Vérité» ihre Arbeiten eingestellt hatte, blieb die Falkenstrasse die Heimat der Loge «Heinrich Pestalozzi». Hier setzt sie bis heute ihre freimaurerische Arbeit fort und pflegt jene Werte, die seit ihrer Gründung ihr Fundament bilden: Humanität, Toleranz, geistige Offenheit und die stetige Arbeit am Rauen Stein.

Die Geschichte der Loge «Heinrich Pestalozzi» ist geprägt von Wandel und Beständigkeit zugleich. Sie zeugt von der Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen, und von der Kraft der Brüderlichkeit, die Generationen von Freimaurern miteinander verbindet.

Mit besonderer Dankbarkeit gedenkt die Loge der Brüder der Odd Fellows, deren Gastfreundschaft, Grosszügigkeit und Wohlwollen über viele Jahre hinweg wesentlich dazu beigetragen haben, der Loge eine würdige Heimstätte zu bieten. Ihnen gilt unser aufrichtiger und herzlicher Dank.